Vor dem Start tippt ihr gemeinsam den Timer, sprecht die Zahl laut aus, und bestätigt mit einer kurzen Berührung. Diese Mini-Abmachung schafft Augenhöhe und einen klaren Endpunkt. Läutet der Timer, folgt ein fester Ausstieg: Gerät ablegen, Wasser trinken, zwei tiefe Atemzüge, Wechsel zur nächsten Aktivität. Der Körper erinnert sich an diese Sequenz, der Konflikt schrumpft. Die Vereinbarung wirkt verbindlich, weil sie sichtbar, hörbar und spürbar ist – drei Kanäle reduzieren Missverständnisse und Diskussionen.
Kleine, sichere Abmachungen wirken besser als große Versprechen. Wer die Bildschirmzeit pünktlich beendet, klettert eine Stufe: gemeinsame Spielrunde, Lieblingssong, kurze Vorlesezeit. Die Leiter ist kurz, erreichbar, und wird regelmäßig zurückgesetzt. So koppelt ihr wünschenswertes Verhalten an unmittelbare, soziale Belohnungen statt an Dinge. Kinder erleben Selbstkontrolle als Weg zu Verbindung, nicht Verzicht. Das erzeugt Motivation, macht Regeln sinnvoll und hält den Abend freundlich. Widerstände verlieren Schärfe, weil Zugehörigkeit spürbar im Mittelpunkt steht.
Haltet eine kleine Box mit analogen Mini-Aktivitäten bereit: Faltpapier, Würfelspiel, Knetmasse, kurze Rätsel. Wenn der Bildschirm endet, entsteht kein Leerlauf, sondern eine greifbare Anschlussmöglichkeit. Diese Überbrücker sind wenige, klar sichtbar und schnell gestartet. Besonders wirksam sind „Zwei-Minuten-Spiele“, die sofort Erfolgserlebnisse bieten und den Wechsel versüßen. Das reduziert Streit und verhindert, dass alle in separate Zimmer flüchten. Die Box erinnert daran, dass Nähe und Spaß auch ohne Strom wunderbar funktionieren.